iPad vs. Kindle Fire HD

iPad vs. Kindle Fire HD

Tablet-PCs bergen ohne Frage diverse Vorteile. Für Neueinsteiger und Techniklaien sind die unzähligen Geräte jedoch schwer auseinanderzuhalten. Guter, sprich ein seriöser und auf tatsächlichen Tests sowie Erfahrungen basierter, Rat in Bezug auf den Tablet-PC-Kauf gilt demnach als sehr wertvoll. Mit Amazons Kindle Fire HD und Apples iPad samt Retina Display beispielsweise stehen dem Tablet-Interessenten von heute zwei der beliebtesten Scheibencomputer zur Auswahl. Worin sich die beiden Modelle unterscheiden und für welchen Benutzertyp sich welche Lösung besser eignen dürfte, klärt der folgende Produktcheck.

Luxus vs. Pragmatismus

Das derzeitige iPad, also die vierte Generation der Applebewegung, gilt in Bezug auf dessen Außenleben nach wie vor als das Nonplusultra der weltweiten Tablet-PC-Bewegung: Ein wahlweise klassischer schwarzer oder aber ein besonders eleganter weißer Klavierlack lässt das iPad in einem äußerst luxuriösen Licht erstrahlen. So fallen auch die Erfahrungen etlicher Besitzer mit Bemerkungen wie „zeitlose Schönheit“ dementsprechend positiv aus.
Bei der Lösung des Versandriesen sieht das schon etwas anders aus: So können dank der gummierten Hinterseite zwar durchaus schwitzige Hände vermeiden und die Griffsicherheit erhöht werden, doch im Großen und Ganzen wirkt das Fire HD wesentlich unspektakulärer. Auch der Bildschirm fällt nicht so klar wie die Lösung auf dem iPad aus und wird zudem von einem matten 08/15-Rahmen umschlossen. Amazon setzt somit vielmehr auf Mobilität und Praxisrelevanz: Mit Ausmaßen von 19,3 x 13,7 x 1,0 Zentimetern ist das Kindle HD Fire 8.9 etwas handlicher und mobiler gehalten. Spätestens für das Gewicht (390 Gramm) erhält das Amazonmodell im Vergleich zum iPad (650 Gramm) einen eindeutigen Mobilitätsbonus.

Sonderpunkt Bildschirm

Der Bildschirm eines Tablet-PCs stellt einen ganz zentralen Aspekt beim Kauf der modernen Computerscheiben dar. Beide untersuchten Varianten von Apple und Amazon fallen in Bezug auf die Auflösung sowie auf das Handling sehr gut aus. Das iPad mit dessen Retina Display ist dem aktuellen Kindle jedoch einen kleinen Schritt voraus: Die Diagonale wird schlichtweg mit mehr Bildpunkten ausgefüllt und hält etwas kräftigere Farben bereit. So tummeln sich auf dem Retinabildschirm 2.048 x 1.536 Pixel, auf dem Hochauflösungsmodell von Amazon „nur“ 1.280 x 800 Pixel. Größentechnisch fallen wiederum beide Modelle einigermaßen gleich aus: Der 8,9 Zoll großen Diagonalen des Fire HD hat das iPad 9,7 Zoll entgegenzusetzen – ein kaum spürbarer Unterschied also.
PS: E-Books lassen sich auf beiden Plattformen übrigens gleich gut beziehungsweise gleich schlecht lesen. Denn seitdem Amazon nicht mehr die bücherfreundliche E-Ink-Display-Technik, sondern ebenfalls farbige Hochwertlösungen nutzt, klappt auch das Lesen von elektronischen Büchern mit dem ehemaligen King of E-Book-Reader eher schlecht als recht: Nach wenigen Seiten sind die Augen in der Regel von der Pixeldichte der Bildschirme schlichtweg überfordert … Immerhin kann das Fire HD mit einer zusätzlichen Anbindung an Amazons Bücherportal dienen, in dem sämtliche Titel auch als Sicherheitskopie hinterlegt werden dürfen.

Hardware im Überblick

Prozessor, Grafikchip und Akku – alles Werte die beim iPad einen Tick besser, sprich leistungsfähiger ausfallen. So reagiert die Applelösung stets etwas schneller auf die Eingaben des Benutzers. Mit seinem Dual-Core-Prozessor macht das Kindle Fire HD jedoch eine ebenfalls sehr gute Figur und kann mit seinem 1 GB großen Arbeitsspeicher einen durchaus zügigen Tablet-Spaß garantieren. Apropos Speicher: Ähnlich wie dem iPad fehlt auch dem Fire HD ein zusätzlicher Speicherkartenslot – 16 oder 32 GB müssen für den Amazonkunden ausreichen. Da fällt die Apfelvariante mit einem maximalen Volumen von 128 GB spürbar umfangreicher aus.

Anwendungsbereiche

Den wohl größten Unterschied beider Modelle bergen deren Betriebssysteme: So kommt auf dem iPad 4 die iOS-Plattform zum Einsatz und bietet den „ganz normalen“ App-Spaß sowie die unzähligen Freiheiten wie man sie von mobilen Betriebssystemen gewohnt ist. Hier hat Amazons Tablet-Lösung eindeutig das Nachsehen: Eine abgespeckte Version von Android in der vierten Generation (Jelly Bean) grenzt den Tablet-PC-Spaß nämlich deutlich ein. So lässt sich nur ein Bruchteil an zusätzlichen Programmen des hiesigen Play Stores mit dem Kindle Fire HD 8.9 über den Umweg einer hauseigenen Amazon-App-Plattform nutzen. Für jeden, der die breite Funktionalität eines Tablet-PCs genießen will, dürfte sich die Mager-Android-Software also nicht wirklich lohnen. Für Einsteiger bietet das HD-Modell jedoch durchaus Vorteile! So lässt sich Amazons neuester Kindle etwas besser, also etwas verständlicher und einfacher, bedienen als die komplexen Allrounderscheiben – für Einsteiger und nicht ganz so technikaffine Nutzer also durchaus ein Pluspunkt.

Fazit

Einen eindeutigen Sieger im Kampf „iPad mit Retina Display vs. Kindle Fire HD 8.9“ zu bestimmen, ist nahezu unmöglich. Das iPad etwa hat der Amazonlösung durchaus ein paar Vorteile voraus. Wer auf die beliebten Helferprogramme und die breite Funktionalität eines Betriebssystems beispielsweise nicht verzichten möchte, ist mit dem iPad 4 schlichtweg besser beraten. Auch die Luxuriosität mag für viele stilbewusste Interessenten einen großen Anreiz bieten.
Das Kindle Fire HD 8.9 eignet sich demnach vielmehr für alle Erstbesitzer sowie Gelegenheitsnutzer. Hinzu kommt, dass das Modell mit einer doch recht nützlichen Anbindung an den hiesigen E-Book-Store von Amazon ausgestattet ist, sodass trotz des nicht mehr optimalen Lesespaßes ein umfangreicheres Lektüreangebot für das Amazonprodukt spricht, falls auch digitale Printversionen mit den Tablet-PCs genutzt werden sollen.

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